Karneval
 

Die Karnevalsabteilung

Seit Generationen wird in Medelon bereits Karneval gefeiert. Nur waren die Bräuche viel urwüchsiger als in der heutigen Zeit. Bis in die Nachkriegszeit hatte sich eine Sitte gehalten, und zwar "das Schütten". Auch wurde schon immer am Fastnachtsdienstag von den Burschen ein Umzug durchgeführt. Hierbei wurden Eier und Würste gesammelt. Jedes Haus gab wenigstens eine Wurst und mehrere Eier. Diese wurden dann gemeinsam in den bestehenden Wirtshäusern gebraten und verzehrt. Dieser Brauch hat sich bei den Burschen des Dorfes bis zum heutigen Tage gehalten. In den frühen 50er Jahren machten schon so manche Gruppen originelle Umzüge. So tauchte plötzlich und unerwartet im Dorf ein Zigeunerwagen nebst Scherenschleifer und Gefolge auf. Diese Idee war von einigen Burschen bei guter Laune besprochen und in die Tat umgesetzt worden. Aus diesen Anfängen und dem Gedanken, das Schütten abzuschaffen, da dieser Brauch sehr ausartete, wurde im Jahr 1955 unter Federführung des Sportvereins Rot-Weiß 1928 Medelon der erste organisierte Rosenmontagszug durchgeführt, jedoch am Fastnachtsdienstag.
Erstmalig veranstaltet der Sportverein eine Karnevalsfeier im Vereinslokal Müller für Mitglieder und deren Frauen und Bräute. Der Vorstand erstellte eine Bierzeitung mit den neuesten Orketalnachrichten, die sehr großen Beifall fand. Die Leitung der Veranstaltung wurde von Hermann Wirtz und Hubert Temme übernommen. Für die musikalische Leitung erklärte sich Lehrer Koch verantwortlich. Für jede anwesende Person war 1 Abendessen und 6 Glas Bier zum Preis von 3,- DM vorhanden. Die Kappensitzungen wurden zunächst erst bei Brümmes durchgeführt und ab 1971 in der Schützenhalle. In einer eigens zu diesem Zweck einberufenen Versammlung im Vereinslokal "Gasthof Müller" wurde die erste Prinzengarde gebildet.

                                                                   

Als erster Karnevalsprinz wurde bei dieser Versammlung Karl Ritter gewählt, welcher sich seine damalige Braut Martha, geb. Schweizer, zur Prinzessin erkor. In den anfänglichen Jahren wurde Rosenmontag nach dem Umzug in den bestehenden Gaststätten gefeiert. 
Im darauffolgenden Jahr 1956 fand im Vereinslokal des RW Medelon, Gaststätte Müller, die erste Kappensitzung statt. In dieser Kappensitzung wurde angeregt, den Fastnachtsumzug zukünftig am Rosenmontag durchzuführen.
Für die kommenden Jahre sollte auch eine Funkengarde gebildet werden und für die Kappensitzungen sollten geeignete Büttenredner angesprochen werden. Diese Anregungen wurden im Jahre 1957 verwirklicht. Der Fastnachtsumzug fand wie in allen späteren Jahren am Rosenmontag statt. Auch wurde eine Funkengarde gebildet, das erste Funkenmariechen war Inge Temme. In den folgenden Jahren verbreitete sich der "Bazülus Karneval" auf die gesamten Einwohner des Dorfes. Es bildeten sich rote und blaue Kinderfunkengarden. Zu diesen können alle Mädchen des Dorfes ab dem siebten Lebensjahr gehören. Die Rosenmontagszüge wurden von Beginn an von der Musikkapelle Medelon tatkräftig unterstützt. Besonders zu erwähnen ist, dass unsere Mädchen und Frauen durch Idealismus und Einfallsreichtum in jedem Jahr erneut dafür sorgen, dass der Rosenmontagszug in unserem Ort besonders bunt und vielfältig abläuft.

Um eine noch engere Karnevalsgemeinschaft, insbesondere unter den Akteuren, zu schmieden, wurde ab 1971 der Rosenmontag in der Schützenhalle gefeiert. In den vergangenen Jahren war der Höhepunkt der Karnevalszeit die jeweilige Kappensitzung mit der Proklamation des Prinzenpaares. Durch die vielen Teilnehmer an unseren Sitzungen und die vielen Gäste von außerhalb wurde das Vereinslokal Müller für diese Veranstaltung bald zu klein. Darum beschloss man, nachdem in der Schützenhalle eine Heizung installiert war, ab 1971 die Kappensitzung dort durchzuführen. Seit diesem Zeitpunkt hat der Sportverein bei der technischen Durchführung (Theke, Küche und Bedienung) diese Aufgaben gemeinsam mit dem Schützenverein bewältigt.

 



 



Inzwischen wurde eine gemeinsame Karnevalsgemeinschaft Medelon, bestehend aus den geschäftsführenden Vorständen der beiden Vereine gegründet. Es ist immer wieder erfreulich, mit welchem Elan die Karnevalisten, wie Büttenredner, Bänkelsänger, etc. an ihre Sache herangehen. Einzelne Gesangsgruppen und darstellende Künstler lockern das Programm auf. Da wird so manches Dorfereignis noch einmal karnevalistisch behandelt. Eine besondere Augenweide ist immer die Funkengarde. Schon viele Wochen haben diese Mädchen eifrig für diesen Auftritt trainiert. Um unseren älteren Mitbürgern eine besondere Freude zu bereiten, wird seit 1980 die Kappensitzung für diese nochmals wiederholt. Allen Karnevalsfreunden sei gesagt, dass der Beifall der schönste Lohn für alle Mühe und Ideeneinfälle ist. Im Jahr 2003 wurde als absolutes Novum in Hochsauerlandkreis erstmals auch eine Herrensitzung durchgeführt, gemäß den Motto "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah." Diese Sitzung war ein riesiger Erfolg und wurde professionell von unserem langjährig etablierten Karnevalisten Josef-Willi Lefarth geplant. Der Sportverein sowie die gesamte Karnevalsgemeinschaft hofft, dass sich auch in Zukunft immer neue Gruppen finden werden, die mit viel Idealismus und Tatkraft den Karneval aktiv gestalten werden.

 

 
 
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