Gründung
 

                                              Das Gründungsjahr

Den Weltkrieg und die Inflationszeit überstanden, war den Menschen in den zwanziger Jahren nicht nach Politik und Vaterland.So wollten sich die Menschen in den "Goldenen zwanziger Jahren" vergnügen mit Theater, Komödie, Operette, Jazz, Tanz oder Sport. Andererseits stellt gerade die Not der 20-er Jahre das Spiegelbild der "Golden Twenties" dar. Millionen Menschen in Deutschland waren auf Hilfen der Wohlfahrtspflege angewiesen. Ende 1928 standen 3,05 Millionen Arbeitslose vor den Schaltern der Arbeitsämter. Als Konsequenz hieraus beschließt die Reichsregierung ein Nothilfeprogramm in Höhe von 100 Mio. Mark. Weiterhin erwähnenswert in 1928 ist die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands. Zu den bedeutenden Ereignissen dieses Jahrhundert gehört die Entdeckung des ersten Antibiotikums durch Alexander Fleming.

Deutscher Fußballmeister im Jahr 1928 wurde der Hamburger SV; am 29. August 1928 erfolgt die Einweihung der Glückauf-Kampfbahn auf Schalke.
Die große Arbeitslosigkeit, die in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg aufkam war auch in Medelon zu spüren und brachte große Sorgen mit sich.
In dieser Zeit wurde im Jungmännerverein die Idee zum aktiven Sport und insbesondere zum Fußballspielen geboren. So sammelte in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg der damalige Pfarrer Hennecke junge Männer um sich. Es wuchs eine Gemeinschaft heran, welche sich zum Ziel gesetzt hatte, die Eintönigkeit des täglichen, dörflichen Lebens durch Theaterspiele aufzulockern. Im Juli 1927 bildete sich aus dieser Gruppe
unter Pfarrer Polle der Jungmännerverein (kirchlicher Verein). Herr Otto Rohde wurde zum 1. Präfekten gewählt. Da Otto Rohde jedoch im Herbst 1928 heiratete und nur Junggesellen diesem Verein angehören konnten, wurde Herr Josef Harbecke zum neuen 1. Präfekten gewählt. In dieser Zeit entstand in Medelon die Idee, aktiven Sport, insbesondere Fußball zu betreiben, welche wenig später in die Tatumgesetzt wurde. Die neue Sportabteilung trat noch 1928 der DJK (Deutsche Jugendkraft) bei. Die Vereinsfarben vom DJK waren blau / gelb. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Spieler als Fußballfans in diesen Jahren zu gleichen Anteilen zu Borussia Dortmund sowie zum FC Schalke tendierten.
 
Aller Anfang ist schwer!
Geld für Fußballschuhe und Trikots verdienten sich die Kicker durch Himbeersuchen. Die Trikots wurden von der damaligen Näherin ,Leuers Anna" umsonst genäht.
Aus dem Wunsch, vom ,,Alten Filger" Schlückes Wiese als Spielgelände zu bekommen, wurde nichts. Nachdem auch andere Versuche fehlgeschlagen waren, stellte dann Franz Lefarth (genannt "Horn Petter") seine Wiese "Auf der Seller" für eine Jahrespacht von 25 Reichsmark zur Verfügung. Einen Vereinsvorstand gab es noch nicht. Die Arbeit wurde gleichmäßig auf die Schultern aller Vereinsmitglieder verteilt.
Diese Sportabteilung, welche im Jahre 1928 der DJK (Deutsche Jugendkraft) beitrat, bekam Schwierigkeiten mit dem Vorstand des Jungmännervereins. Man hatte vom DJK einen Zuschuss für Fußball erhalten, welcher den Spielern jedoch nicht zugute kam. Diese Uneinigkeit führte dazu, dass sich die Fußballabteilung des DJK vorübergehend vom Jungmännerverein trennte.
Das erste Spiel wurde gegen unseren Nachbarverein Hesborn ausgetragen. Im Jahre 1928 fanden erste Verbandsspiele in der B-Klasse des Bezirks Astenberg statt. Da es noch keine Altersbeschränkungen gab, spielten auch Jüngere mit.
Ein Vereinsvorstand im heutigen Sinne wurde damals noch nicht gewählt. Die Arbeit wurde von allen mit großer Energie in Angriff genommen. Die DJK Medelon nahm auch an Leichtathletiksportfesten teil. Hierbei wurden ganz beachtliche Erfolge erzielt. Bezirksmeister im Weitsprung mit einer Weite von 6,12 m wurde Eberhard Schweinsberg.
Bei einem Leichtathletiksportfest in Düdinghausen wurde der zweite Mannschaftspreis errungen. Der größte fußballsportliche Erfolg in den Gründerjahren war im Jahre 1934 der Aufstieg in die A-Klasse. In der gesamten Saison 1933/34 wurde nur ein Punkt abgegeben und zwar beim 2 : 2 bei der Schlammschlacht in Grönebach. Als Fortbewegungsmittel in diesen Jahren zu den Auswärtsspielen diente das Fahrrad. An Eintritt wurde damals l0 Pfennig erhoben. Die ersten Kassierer waren Franz Lefarth und Wilhelm Kaiser (Hoffmanns). Als treueste Zuschauer waren bekannt Schmiedes Onkel Franz, Brümmes Opa, Grünen Oma Therese und Ditteses Opa Franz. Leider konnte diese sportliche Gemeinschaft nicht weitergeführt werden, da das damalige Hitler-Regime im Jahre 1934 alle DJK-Vereine verboten hat (weil kirchliche Vereine). Anstelle des Westdeutschen DJK trat der WFV als Unterabteilung des Reichsbundes für Leibesübungen. Dieser WFV war nicht konfessionell.
 
Am l3.5.1947 wurde um 21.00 Uhr in der Gastwirtschaft Müller die Neugründungsversammlungdes Sportvereins Medelon eröffnet. Entsprechend den Klubfarben, rotes Trikot weiße Hose, erhielt der Verein den Namen"Sportverein Rot-Weiß 1928 Medelon". Mit der Jahreszahl 1928 wurde an das Gründungsjahr des seinerzeit bestehenden DJK erinnert.
Der Vereinsvorsitzende Heinz Koch verlangte die vollständige Unterstützung der Mitglieder, damit der neu gegründete Verein schnell und beispielhaft zum Aufbau kommt. So wurde in dem Protokoll vom 14.06.1947 erwähnt, dass der Beitrag für Mitglieder über 18 Jahre 1 Reichsmark pro Monat und Jugendliche unter 18 Jahre 0,50 Reichsmark monatlich betrug.
Ebenfalls erfolgt die Aufnahme der Vereinsmitglieder in die westfälische Landesversicherung. Die Vereinsfarbe wird so angenommen, wie die Beschaffung von Trikots in der Farbe am ersten möglich ist. Die Gesamtmitgliederzahl betrug 50 Mann.

Dieses Bild zeigt die 1.Seniorenmannschaft


 

Dieser ersten Mannschaft gehörten an:

h.R v.l.: Leo Rohleder (Rohleders), Bernhard Schweinsberg (Feldtens), Karl Jäger (Kröges), Alfons Niggemann (Grünen), August Kappen (Dreislar), Karl Werth (Himmelkaspers), Eberhard Schweinsberg (Ewers), Heinrich Klüppel (Suren), Gustav Kaiser (Anstreichers), Ludwig Bange (Mittelmühle),

v.R.v.l: Alfons Frankenstein (Schröders), Jakob Nowaki (Knecht bei Filges), Franz Schweinsberg (Ackers)
nicht im Bild: Franz Frankenstein (Ohrnes), Alfred Kaiser (Hoffmanns), Georg Kaiser (Schäpes), Hubert Lefarth (Bernhardes), Alfred Schweinsberg (Ackers), August Temme (Temmen
 
 
Statistiken